25.05.2021
Dr. Heike Weber, Tierpark Nordhorn

Kükenschlupf beendet – weitere Versorgung der Küken

Alle Brachvogelküken sind mittlerweile geschlüpft. Die letzten haben es am Pfingstwochenede geschafft.

Leider waren von den 22 Eiern, die zu uns gebracht worden sind, viele unbefruchtet bzw. sind die Küken während der Entwicklung im Ei verstorben. Insgesamt betraf dies 12 Eier, also über 50%. Das ist eine erschreckend hohe Quote. In früheren Jahren hatten wir deutlich geringe Ausfälle. Generell ist aber über die letzten Jahre hin eine Zunahme an unbefruchteten oder abgestorbenen Küken im Ei zu verzeichnen. Ich denke dies Jahr zeigt deutlich, welch großer Forschungsbedarf hier noch besteht!

Vielleicht lässt sich 2022 mit Hilfe weiterer Sponsoren eine wissenschaftliche Untersuchung zu diesem Spezialthema realisieren. Dafür müssten Labore gefunden werden, die die Eier auf verschiedene Substanzen und Krankheitserreger untersuchen könnten.
Auch für uns wäre es wichtig zu wissen, ob in unserem Management etwas nicht stimmt. Dies ist eher unwahrscheinlich, da zwischendurch Küken problemlos schlüpfen. Nach jedem Wechsel im Schlupfbrüter wird dieser desinfiziert (70% Alkohollösung), so dass Krankheitserreger eigentlich keine Chance haben sollten. Aber 100%ige Sicherheit gibt es natürlich nicht. Und der Versuch die Ursachen zu erforschen wäre sicherlich sinnvoll!

10 Küken sind aber problemlos geschlüpft: Die ersten fünf um den 10.-12.05 herum, die zweiten fünf zu Pfingsten (ca. 21.-23.05.).

Hier sieht man noch die weißen Eizahnreste auf der Schnabelspitze der beiden frisch geschlüpften Brachvogelküken (Foto: Franz Frieling)
Junge Brachvögel haben noch keinen gebogenen Schnabel (Foto: Franz Frieling). Die Biegung entwickelt sich erst im Verlaufe des Wachstums.
Wir geben den Kleinen auch Grassoden mit in ihre Box, damit sie was zum Verstecken und Erkunden haben (Foto: Franz Frieling).

Das Saubermachen und der häufige tägliche Futterwechsel machen den Tierpflegern jetzt viel Arbeit. Die kleinen Vögel fressen am laufenden Band und verdauen auch am laufenden Band… Das heißt, die Rasenmatten sind schnell mit Kothäufchen bedeckt und dann muss wieder alles komplett herausgeräumt, gesäubert und neu eingerichtet werden. Ich habe das in kleinen Filmchen festgehalten, die ich per we-transfer schicken werde. Da sieht man auch schön, wie sich die Küken sofort auf das neu hingestellte Futter – insbesondere die Regen- und die Mehlwürmer stürzen. Es ist eine Freude, sie dabei zu beobachten!

Während die fünf Kleinen noch in einer kleiner grauen „Anfangsbox“ sitzen, sind die fünf größeren bereits vor einiger Zeit, ungefähr im Alter von 1 Woche, in eine deutlich größere und längere Holzkiste umgezogen. Denn sie wachsen unfassbar schnell!

Die größere Kiste ist wie die kleine mit Straußenfedern und Handtüchern (Versteckplätze) ausgestattet. Sie wird oben durch ein Gitter abgedeckt (für das Foto abgenommen), damit die kleinen nicht aus Versehen raushüpfen (Fotos oben und unten: Franz Frieling).
Zu Beginn haben sie noch eine Wärmelampe, später reicht die warme Raumtemperatur aus.

Die kleinen Küken sind sehr neugierig. Überall zupfen sie dran rum, immer auf der Suche nach Futter. Bei uns bekommen sie das ad libitum – also so viel wie sie möchten. Am beliebtesten sind die Regenwürmer in der Schale mit Erde sowie die Mehlwürmer in der Wasserschale. Diese Leckereien sind für die Brachvögel so etwas wie für uns Schokolade. Deswegen bekommen sie diese Futtertiere tatsächlich auch nur in limitierter Menge. Dagegen steht Limikolen (Watvogel)– Futter in Kugelform trocken und feucht immer zur freien Verfügung. Etwas reduzierter ist die Menge an getrocknetem Insektenfutter, das ebenfalls trocken und feucht angeboten wird. Die Auswahl ist also groß und es ist immer Futter vorhanden.

Die Tonschale mit Erde und Regenwürmern (links) ist sehr beliebt (Foto: Franz Frieling).
Auf der Suche nach Mehlwürmern in der Wasserschale (Foto: Franz Frieling).

Leider hat einer der fünf Älteren im Grassoden mittelgroße, ca. 5cm lange Zweigstückchen entdeckt und meinte, die auch runterschlucken zu müssen. Das wurde ihm zum Verhängnis. Er ist daran gestorben. Ich war völlig überrascht bei der Untersuchung des toten Kükens diesen langgestreckten harten Magen und darin die Zweigstücke zu finden. Wie er die überhaupt runterschlucken konnte – immerhin waren sie länger als sein Kopf – ist mir ein absolutes Rätsel. Und warum? Es gab doch genug zum Fressen…

Man kann gar nicht so schräg denken, um alle eventuellen Unfälle vorauszusehen. Sowas ist in all den Jahren bei uns noch nie passiert. Ab heute werden wir jeden Grassoden und alles, was wir reinlegen genauestens auf mögliche Fremdkörper in Größen von 1-10cm absuchen.
Die anderen vier großen Küken sind heute erneut umgezogen. Übergangsweise in einen Innenstall hinter den Kulissen, denn die neue Aufzuchtvoliere ist noch im Bau. Wir hoffen, sie wird nächste Woche stehen.

Bisher haben wir die Vögel im Jugendalter immer im Vorgatter der Limikolen untergebracht gehabt. Das war nicht optimal, da dadurch unsere Zoo-Limikolen kein Vorgatter mehr hatten und nicht in ihren Innenstall konnten. Dank der vielen Sponsoren in diesem Jahr, insbesondere derer, die nicht nur einen Sender bezahlt, sondern uns weitere freie Geldbeträge zur Verfügung gestellt haben, können wir nun etwas Neues bauen. Auf unserem alten Betriebshofgelände zwischen Limikolenvoliere und Auffangstation entsteht eine für die Besucher nicht einsehbare Aufzuchtvoliere. Die Volierenelemente selber entstammen noch einer anderen, früheren Spende. Mit Ihrer Hilfe können sie jetzt aber aufgebaut werden! Ich werde berichten.

Sie wachsen schnell, die kleinen Brachvögel (Foto: Franz Frieling).
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